Budapest, Ende August 2005

Im Gegensatz zu unseren anderen Städtereisen fiel mir zu Budapest vorher recht wenig ein.

Budapest46kWo in Paris oder Rom diverse bekannte Sehenswürdigkeiten die Zielrichtung und Marschroute bei den Spaziergängen bestimmen, wusste ich von Budapest gerade mal, dass es an der Donau liegt und die Ortsteile Buda und Pest von dem Fluss getrennt werden.
Davon, dass Budapest aber dennoch eine Reise wert ist – wie uns viele Bekannte sagten – wollten wir uns nun aber selber überzeugen.
Aufgrund einer Flugzeitverlegung haben wir die Reise noch um eine Nacht verlängert, da wir nicht um 7 Uhr morgens zurückfliegen wollten und sind deshalb 4 Nächte geblieben, was auch auf keinen Fall zu lang war.

Anreise

Budapest26kDie Anreise mit AirBerlin verlief wie immer ohne Probleme. Vom Flughafen Ferihegy fährt ein Linienbus zum Köbanya Kispest. Hier beginnt auch eine der 3 Metro (U-Bahn) Linien, die hier allerdings noch überirdisch fährt. Spätestens jetzt sollte man überlegen, ob und wie viel man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchte. Entweder kauft man dann einen Block von Einzelfahrscheinen oder eine (Mehr)tageskarte. Dabei sollte man berücksichtigen, dass es in Budapest ein sehr dichtes Streckennetz mit verschiedenen Fahrzeugen (Bus, Elektrobus, Straßenbahn, U-Bahn, Zahnradbahn, Eisenbahn) gibt. Allerdings sollte man auch bedenken, dass ein normaler Einzelfahrschein nicht zum Umsteigen berechtigt.

Alternativ gibt es auch noch die Budapestcard. Diese enthält eine o.g. Mehrtageskarte mit zusätzlich vielen Vergünstigungen oder freien Eintritten zu Museen. Mehr Informationen dazu gibt es auf http://www.budapestinfo.hu/de.

Allzuviel Geld sollte man im Flughafen möglichst nicht umtauschen. In der Innenstadt bekommt man bei den diversen Wechselstuben in der Regel einen besseren Kurs.

Hotel

Budapest11kAusnahmsweise habe ich unser Hotel nicht über www.hrs.de, sondern direkt per Email über das Hotel gebucht.
Dies allerdings nur deshalb, weil es über HRS/Internet nicht möglich war dieses Hotel zum vergünstigten Preis für 3 Nächte inkl. Budapest Card zu reservieren. Herausgesucht hatte ich das Hotel schon über HRS. Auch am Telefon von HRS wurde mir gesagt, dass das Hotel dies (Buchung mit 3 Tage Budapestcard) nicht anbieten würde, was aber nicht stimmte.
Das 4* Hotel Mediterran liegt recht verkehrsgünstig und bot uns das Zimmer inklusive Frühstück für 80 Euro an. Darin enthalten war bereits die Budapestcard, die umgerechnet pro Tag für zwei Personen knapp 16 Euro kostet. Natürlich war das problemlos auch für 3 Tage möglich. Somit lag der Anteil für das Doppelzimmer bei „nur“ 64 Euro, was für ein 4 Steren Hotel recht günstig ist. Allerdings kann man in Budapest eine 3 Sterne Unterkunft mit Frühstück bereits unter 40 Euro bekommen (für das Zimmer/ beide Personen). Diese liegen dann zwar meist bis zu 10 km vom Zentrum entfernt. Solange aber eine Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs in der Nähe ist, kann man auch damit problemlos leben.

Budapest02kDurch Zufall war an unserem Ankunftstag, dem 20. August 2005 in Budapest Nationalfeiertag. Da ist in Budapest immer ein großes Feuerwerk und auch so eine Menge los. Am Donaufer waren von Freitag bis Sontag zahlreiche Stände aufgebaut. Zusätzlich war an diesem Tag auch noch RedBull Flugtag mitten in der Stadt an und über der Donau. Das war einerseits sehr schön, weil wir uns das natürlich anschauen konnten. Auf der anderen Seite landeten wir etwas unvorbereitet mit unseren Koffern in der Innenstadt und mussten feststellen, dass wir auf der falschen Donauseite waren. Dies wäre normalerweise kein besonders Problem. Budapest hat nicht nur das erwähnt gute öffentliche Verkehrsnetz, sondern auch diverse Brücken, die von Buda nach Pest und auch wieder zurück führen. Dummerweise waren die in der Innenstadt aber aufgrund der Flugschau und des Feuerwerks gesperrt, so dass auch die entsprechenden Bus und Straßenbahnlinien uns nicht zum Hotel bringen konnten. Außerdem war anscheinend halb Ungarn nach Budaperst gekommen und drängte sich in der Stad herum.

Mit etwas größerem Überblick und Planung, sowie zweimal Umsteigen hätten wir es dennoch zum Hotel schaffen können. Dieser Überblick ging uns aber im Getümmel etwas verloren. Also testen wir, ob Taxifahren in Budapest tatsächlich recht billig ist. Und im Prinzip ist tatsächlich so. Wenn das Taxi allerdings erst zu einer geöffneten Brücke fast bis Wien fahren muss, dann läppern sich die Euros dennoch recht schnell zusammen…

Budapest01kDas Hotel Mediterran liegt direkt an einer viel befahrenen Straße. Die Fenster isolieren zwar gut, laden aber aufgrund der Straßengeräusche nicht zum längeren Öffnen ein.
Die Zimmer sind ausreichend groß und gut ausgestattet. Auch das Bad ist recht geräumig und sehr sauber. In Deutschland hätte das Hotel zwar sicherlich „nur“ 3 Sterne erhalten. Aber  beim gut sortierten Frühstück (Saft war ok, Kakao leider nur am ersten Tag inklusive) und auch beim sehr zuvorkommenden Service merkt man durchaus die gehobene Mittelklasse.

Wegen der Flugumbuchung und der Verlängerung um einen Tag mussten wir leider für die letzte Nacht in ein anderes Hotel umziehen.; das Mediterrran war leider ausgebucht.

Ca. 300m entfernt um eine Ecke war die Hotels Bara und ein anderes. Beide sind etwas günstiger und „nur“ 3 Sterne. Auch wenn das von uns genommene Bara ausreichend war, so war der Unterschied um einen Stern klar zu erkennen. Die Zimmer (inkl. Bad) waren etwas kleiner (aber völlig ausreichend), ebenfalls sauber, aber recht abgewohnt. Das Frühstücksangebot war reichlich (auch Kakao, aber kein wirklicher Saft), der Frühstücksraum hatte aber eher ein Kantinenambiente und der Service war nicht hervorzuheben. Irgendwann ging mal eine Angestellte am Buffet vorbei. Die leeren Schalen (z.B. vom Obst) hat sie aber nicht nachgefüllt, sondern anschließend im Nachbarraum erst einmal selber gefrühstückt.

Budapest19kDie Lage beider Hotels war gut. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war man in wenigen Minuten in der City. Aber selbst zu Fuß war es nicht weiter als eine gute Viertelstunde (wenn man die ca. 2 km zügig geht). Beim Fahren mit Bus und Bahn kommt einem zugute, dass man eigentlich nie darauf angewiesen ist die Abfahrzeiten zu kontrollieren. Zu „normalen“ Zeiten fahren fast alle Busse/Bahnen in so kurzen Abständen, dass man an einer Haltestelle niemals lange warten muss.

Wetter

Glücklicherweise kann man in Budapest auch bei weniger gutem Wetter viel unternehmen.
Leider hatten wir etwas durchwachsenes Wetter. und deshalb sah unser Programm (und die Fotos) vielleicht etwas anders aus, als es bei strahlender Sonne gewesen wäre.
Die ersten beiden Tage waren noch recht gut. Das war vor allem für das Feuerwerk und die Flugshow, sowie die Bühnen und Stände an der Donau wichtig.

Freizeit- und Kulturprogramm

Budapest03kWir haben zwar die Flugshow nicht ganz gesehen. Was wir aber sehen konnten, war beeindruckend. Hinterher erzählten uns einige Leute, dass sie diese Flugshow (teilweise in Ausschnitten) auch in Deutschland im Fernsehen geschaut hätten. Die Innenstadt war an diesem Tag bis zum Feuerwerk rappelvoll. Nach dem wirklich grandiosen, fast 30 minütigen Feuerwerk, das wir in zweiter Reihe von einer Brücke aus beobachten konnten, wurde es langsam etwas leerer. Es lohnt sich auf jeden Fall seinen Budapestbesuch zu dieser Zeit zu machen. Man sollte sich aber rechtzeitig einen guten Platz zum Zuschauen suchen, von dem aus man möglichst Sicht auf die 3 gesperrten Brücken hat.

Am zweiten Tag haben wir uns vor allem an der Donau (Bühnen + Buden), sowie in der Stadt aufgehalten. Wie schon oben erwähnt, fehlen zwar die besonders bekannten Sehenswürdigkeiten. Es gibt aber dennoch jede Menge zu sehen. Auf keinen Fall sollte man auch einen Bummel durch die (neue) Markthalle verpassen.
Budapest ist wirklich eine sehr schöne Stadt, die im Zentrum überwiegend sauber und gut gepflegt wirkt. Geht man allerdings mal unweit von einer Sehenswürdigkeit, wie z.B. der Oper, in eine Gasse oder kleinere Straße, dann kann man sich an manchen Stellen durchaus noch vorstellen, wie es hier zu Zeiten des eisernen Vorhangs ausgesehen haben mag.
Wenn man bei den Spaziergängen durch die Innenstadt noch ein wenig auf die Angebote der Budapestcard achtet, dann kann man an vielen Stellen auch nur kurz mal in dieses oder jenes Museum schauen.

Budapest07kIch würde mich eher als Kulturbanause bezeichnen. Dennoch bin ich einem Museumsbesuch nicht abgeneigt. Nur verliere ich dabei recht schnell die Lust. Wenn ich Eintritt zahlen muss, dann macht es meist wenig Sinn nur für 30 Minuten in ein Museum zu gehen. Hat man aber (dank Budapest Card) freien Eintritt in die meisten Museen, dann kann man auch mal kurz hereinschauen und sich umsehen, wenn diese sowieso auf dem Weg liegen. Dabei waren einige kleine Museen wirklich nett (z.B. das Ernstmuseeum). Aber auch das Nationalmuseeum hat uns gut gefallen, so dass ich freiwillig länger als 30 Minuten darin geblieben bin.
Übrigens gilt die Karte in vielen Museen nur für die ständige Ausstellung. Manchmal gibt es (zusätzlich) noch eine besondere Zusatzausstellung, die dann (meist vergünstigt) bezahlt werden muss. Allerdings ist auch die Auswahl an komplett kostenlosen Angeboten (durch die BudaCard) so groß, dass man in wenigen Tagen sowie nicht alles sehen kann.

Budapest17kBesonders schön soll auch das Parlament von innen sein. Der Eintritt dort ist für EU Bürger kostenlos. Man muss allerdings seinen Ausweis/Pass mitbringen und fast immer in einer langen Schlange warten. Der Zutritt wird jeweils immer nur einer kleinen Gruppe gestattet.
Zu bestimmten Zeiten gibt es auch Führungen in deutsch (und anderen Sprachen).
Wir haben diese Besichtigung ausgelassen, da wir keine Lust hatten im Regen Schlange zu stehen.

An den zwei weiteren Tagen hat es leider viel geregnet. Dennoch haben wir uns vieles angesehen. Aufgrund des Regens, aber auch aus Zeitmangel, bzw. aufgrund der Öffnungszeiten haben wir aber auch einiges, was ich mir aus dem Heft zur Budapestcard herausgesucht hatte, nicht geschafft.
So wollten wir zumindest eine der beiden (Tropfstein)Höhlen besichtigen, uns mal im Zoo umschauen und dann hätte ich mir im Statuen Park auch gerne noch die Sammlung der sozialistischen Denkmäler angesehen, die aus der Stadt entfernt und hier gesammelt wurden. Für einen ausgedehnten Besuch der Margariteninsel auf der Donau und vielleicht der Badeanstalt dort war uns das Wetter zu schlecht.

Budapest19kNeben diversen Museen waren wir im großen Park im Osten der Stadt (Varosliget) und dem angrenzenden Freizeitpark (Vidampark). In letzterem gibt es mit Budapest Card freien Eintritt, aber alle dort enthaltenen Karussells müssen extra bezahlt werden. Wir waren in zwei großen Einkaufszentren, wobei im, hmm... (leider habe ich den Namen vergessen), welchen man mit einer 30 minütigen Busfahrt erreicht, ein wirklich nettes Tropicarium war, welches zwar trotz Ermäßigung nicht ganz billig, aber seinen Eintritt auf jeden Fall wert war. Außerdem war das überdacht . Hier gibt es Vögel, Krokodile, Fische, Haie und vieles mehr zu sehen.
Budapest22kDie Buda-Burg und die Citadelle mit Denkmal auf und an dem Gellert-Berg gehören natürlich zu den Pflichtbesuchen.
Auch hier fahren zumeist Linienbusse bis nahe an die Sehenswürdigkeiten heran, so dass man individuell und problemlos einen kürzeren oder längeren Fußweg planen kann. Außerdem bekommt man auch bei diesen Fahrten einen Blick für verschiedene Gegenden von Budapest.

Eine organisierte Stadtrundfahrt haben wir nicht gemacht. Wenn man einen halbwegs brauchbaren Stadtplan hBudapest45kat, dann kann man sich gut mit öffentlichen Verkehrmitteln behelfen. Eine Straßenbahnfahrt an der Donau entlang und darüber gehört eigentlich zu einem Budapestaufenthalt dazu. Eine schöne Rundfahrt ist auch die komplette Straßenbahn Linie 6 ab Moskau Platz (Moszkva Ter)bis zur Endstation und von dort mit der 61 zurück zum Moskau Platz.
Natürlich werden auch diverse Donaufahrten angeboten. Wir haben aber (auch wegen des Wetters) keine gemacht.

Hat man etwas Zeit und spielt das Wetter mit, dann sollte man auch einmal in die Budapester Berge fahren. Das ist nicht weit und alleine auf der Fahrt sieht man viel. Wir fuhren mit dem Bus Linie 21 vom Moskau Platz (Moszkva Ter) bis zur Endstation. Von dort hat man auch schon bei einem kurzen Spaziergang eine wunderschöne Aussicht auf Budapest und die Umgebung.
Budapest37kAuf dem Rückweg kann man dann in die Zahnradbahn umsteigen, die dann zurück nach Budapest fährt. Die Bahnstation Svabhegy kann man nicht verfehlen und hat diese schon beim Hinweg mit dem Bus in einer fast 180 Grad Kurve nicht übersehen können.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, der kann schon auf dem Hinweg in die Zahnradbahn umsteigen (oder direkt mit der Zahnradbahn kommen). Diese fährt man dann bis zur Endstation. Dort in der Nähe befindet sich die Kindereisenbahn. Das ist eine Eisenbahn, bei der Kinder alle Tätigkeiten (außer der Lokomotivführung) übernehmen und die auf dem Bergrücken hin und herfährt. Je nach Zeit kann man einen Teil dieser Strecke spazieren und dann mit der Bahn zurückfahren.
Bus und beide Bahnen zählen zum Stadtnetz und sind natürlich in der (Mehr)Tageskarte/ Budapestcard enthalten.

Preise

Budapest33kAuch wenn die Preise in Budapest stark angezogen haben (sollen), sind vor allem Lebensmittel und Restaurants im Vergleich zu westeuropäischen Metropolen eher günstig. Vor allem, wenn man Lokale etwas abseits der Fußgängerzone und des Touristenrummels wählt, kann man teilweise noch sehr preiswert essen.
Ein weniger touristisches Lokal erkennt man u.a. daran, dass man bei einer Bestellung von Gulasch eine Suppe bekommt („Unser Gulasch“ heißt in Ungarn Porkölt). Übrigens spricht man „s“ immer als „sch“. Unser gesprochenes „s“ wird in Ungarn als „sz“ geschrieben.
Auch waren wir ganz in der Nähe vom Hotel Bara in einem kleinen Biergarten, der kaum von Touristen besucht wurde. Hier sprach die Bedienung praktisch kein Englisch, die Einrichtung ist einfach und die Preise günstig. Hätten wir besseres Wetter gehabt, dann hätten wir hier öfter den Tag ausklingen lassen.

Budapest36kUngarische Produkte (Textilien, Schuhe, ...) sollen recht günstig sein – importierte Waren liegen auf deutschem Preisniveau. Da ich mich nicht für Mode interessiere, sind mir keine besonderen Schnäppchen aufgefallen.
Wir haben nicht versucht in Euro zu bezahlen. Wahrscheinlich dürfte das aber an vielen Stellen möglich sein. An fast jeder Ecke in der Innenstadt findet man aber Wechselstuben und Banken, die ca. 250 Forint für einen Euro geben.

Die Rückfahrt zum Flughafen fällt dem nun geübten Nutzer der Budapester Verkehrsmittel überhaupt nicht mehr schwer. Der Flughafen ist ebenfalls übersichtlich und problemlos.

Fazit

Budapest47kBudapest ist eine sehr schöne Stadt mit freundlichen Menschen und vielen Sehenswürdigkeiten und Unterhaltungsmöglichkeiten. Der Standard und die Infrastruktur liegen auf westeuropäischem Niveau.
Auch wenn man vorher keinen genauen Plan hat, wie man denn 3-4 Tage dort verbringen will, so hat man keinerlei Probleme dort auch eine Woche jeden Tag etwas Neues zu sehen.

Budapest ist ohne Einschränkungen ein absolut lohnendes Ziel für eine mindestens 3 Tages Städtereise. Besser sollte man aber 4-7 Tage einplanen.
 

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